Kastanienbewegung 2016/17

Gerade bin ich auf ein schönes Ritual aufmerksam geworden: Theobrominas Kastanienbewegung.

Die Kastanienbewegung animjert jedes Jahr dazu, die erste Kastanie, die man im Herbst findet, zum ständigen Begleiter durch die dunkle Jahreszeit zu ernennen und stets mit sich in der Jackentasche zu führen.

Alle weiteren Regeln sowie der Beitrag zur diesjährigen Kastanienbewegung gibt es hier zum Nachlesen.

Kastanien haben so eine schöne Farbe und Maserung und sind wahre Handschmeichler. Grund genug um dieses Jahr das erste Mal an der Kastanienbewegung teilzunehmen.

Wie es der Zufall so will habe ich doch tatsächlich letzte Woche beim Gassigehen gehen mit dem Wadlbeißer meine erste Kastanie in diesem Herbst gefunden und mitgenommen. Diese wird also mein Taschenbegleiter durch die kalten Monate.

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Man beachte den „Physio-Daumen“. Wohl ein wenig instabil…

Vielen Dank auch an Blogbellona, durch ihren Post wäre ich gar nicht erst auf die Kastanienbewegung aufmerksam geworden.

Jetzt gehen der Wadlbeißer und ich erst mal eine schöne Herbst-Gassi-Runde durch den Olympiapark, Kastanien sammeln. Schließlich kann man die rundlichen Samen auch für andere Zwecke nutzen

http://www.besserbasteln.de

(Wenn danach nur nicht immer die Finger so wehtun würden, von den Zahnstocherpieksern…)

Herbstgrüße sendet der

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17 Tage – Eine Bilanz

19 Tage sind seit meinem letzten Beitrag vergangen.

19 Tage der Ruhe, Stille, Leere im Blog. Für den einen mag das Erholung pur gewesen sein (für mich), der ein oder andere hat mich dann doch vermisst (der Zaunfink, er wollte endlich mal wieder zu Wort kommen).

Und wie kann man einen Blog besser reanimieren, als mit einer kleinen Aufzählung der Dinge, die in letzter Zeit geschehen sind? Wie der Rückblick einer Serie, die ich ja, wie der aufmerksame Blog-Leser weiß, stets auswendig mitsprechen kann. Im Falle meines Blogs hat der Leser keine Chance dies zu tun, weiß er doch nicht, was in den letzten 19 Tagen passiert ist. Für den Leser ist dieser Rückblick deswegen wie der Beginn einer neuen Staffel, man kennt die Hauptcharaktere (der Zaunfink, die bessere Hälfte, der Wadlbeißer), man kennt die ersten Staffeln und die nun folgende setzt an komplett anderer Stelle an. Oder auch nicht. Eigentlich knüpft sie genau da an, wo die vorherige Staffel aufhörte. Nur mit eben 19 Tagen Ruhe dazwischen, von denen der Zuschauer-Leser nichts weiß. Und obwohl er die neue Staffel einfach so beginnen könnte, ohne um die Geschehnisse der letzten 19 Tage zu wissen, so ist es doch hilfreich oder vielleicht sogar der Sinn der neuen Staffel, darüber zu berichten.

Wer mir jetzt noch folgen kann ist herzlich eingeladen weiter zu lesen.

*** Für die Kraulquappe ***

Hinter mir liegen 17 Tage Ausnahmezustand in München (Wiesn oder „Oktoberfest“ – wie der Preiß (Preuße) sagt) und zudem 17 Tage gesundheitlicher Ausnahmezustand (Wiesn-Seuche). Meine Wiesn-Bilanz: Ich habe es geschafft, meinen Negativ-Rekord vom letzten Jahr mit 2 Radlermaß pro Wiesn-Besuch dermaßen zu unterbieten, dass ich zum einen stolz und zum anderen beschämt bin diesen hier mitzuteilen. In zwei Wiesn-Besuchen habe ich es tatsächlich geschafft sage und schreibe eine Radlermaß zu vernichten. Und die auch gleich am ersten Wiesn-Sonntag, meinem ersten Besuch.

Man muss dazu sagen, ich vertrage nur wenig Alkohol. Das war schon immer so und das wird auch immer so bleiben. Und bitte keine Kommentare von wegen „fehlendes Training“ usw… Der Leber-Kurs in meiner Osteopathie Ausbildung steht zwar noch aus, trotzdem weiß ich, dass die Leber nur beding trainiert werden soll.

Wie dem auch sei, eine Radlermaß reicht bei mir durchaus aus, um mich für mehrere Stunden von auf der Bierbank nach unter die Bierbank zu befördern. Dort verweile ich dann, bis ich wieder stehen kann um dann die nächste Radlermaß zu trinken und das Spiel von vorne beginnen zu lassen.

Nun ergab es sich so, dass ich beim ersten Wiesn-Besuch nach dem Konsum der ersten Radlermaß ein Wasser bestellte. Mit fatalen Folgen. Ich blieb auf der Bierbank stehen und die Toilettengänge nahmen dramatisch ab. Hieran kann man die entwässernde Wirkung des Alkohols sehr gut erkennen. Die Radlermaß führte bei mir zu drei (!) Toilettengängen während die darauffolgende Wassermaß nicht ein einziges Mal wieder raus wollte.

Begeistert von diesen Folgen entschied ich mich dafür, an diesem Abend beim Wasser zu bleiben und ich stand tatsächlich den ganzen Abend auf der Bierbank (so etwas hatte ich zuvor tatsächlich noch nie geschafft).

Dann kam der gesundheitliche Ausnahmezustand, die Wiesn-Seuche schlug mit voller Heftigkeit zu und ehe meine bessere Hälfte und ich uns versahen lagen wir ausgeknockt auf der Couch, nicht zur Gänze wissend, was uns da getroffen hatte. Die diesjährige Wiesn-Seuche ist sehr hartnäckig, was dazu führte, dass ich, fast eine Woche später, meine anstehenden Besinnungstage sowie meinen Geburtstag hustend und schnupfend verbringen musste. Zumindest blieb mir so die Teilnahme am Italienerwochenende (zweites Wiesn-Wochenende) erspart.

Jedoch sind aller guten Dinge immer drei und auch das Oktoberfest geht über drei Wochenenden. So trug es sich zu, dass der letzte Wiesn-Samstag wieder ganz im Zeichen der Teilnahme stand. Immer noch nicht hundertprozentig genesen schwor ich mir, es auch dieses Mal wieder ruhig angehen zu lassen und startete mit einer Apfelschorle (eine Maß, wohlgemerkt). Ich kam mir besonders gewieft vor, hielt ich mir doch somit die Option offen, jederzeit auf ein Radler umsteigen zu können. Der Wechsel von Apfelschorle auf Radler ist nicht schwer, umgekehrt jedoch sehr. 

Nach zwei Apfelschorlen-Maß war das Unterhalten und Mitgrölen der Bierzeltmusik nicht mehr möglich, der ganze Zucker klebte meine Mund buchstäblich zusammen. Wenn ich vor lauter Süße eh schon nichts mehr schmecke ist das letzte Getränk, an das ich denken kann, ein Radler. Also bestellte ich mir, mal wieder, eine Wassermaß in der Hoffnung, es würde mir die verbliebenen Zuckerkristalle im Mund einfach wegschwemmen.

Das tat es zwar nicht, dafür ging es mir am nächsten Tag erstaunlich gut, also erkältungstechnisch. Der ganze Zucker muss wohl selbst den sich in meinem Körper befindlichen Viren zu viel gewesen sein, denn von Krankheitssymptomen war kaum etwas zu spüren. Das ist jetzt zwei Tage her und nun bin ich, nach fast zwei Wochen Wiesn-Seuche, pünktlich zum Ende des Oktoberfests wieder fast Ich selbst.

Das schrie geradezu nach einem Blogbeitrag. Eine solche Negativ-Bilanz muss festgehalten werden.

Noch mehr als meine wundersame Genesung über Nacht freut mich nun die Tatsache, dass wieder Ruhe einkehrt, in der Stadt. Der Herbst, der laut Kalender schon längst da ist, bringt nun auch die kalten Temperaturen, Stürme und bunt gefärbtes Lau, auf der Theresienwiese wird direkt nach dem Abbau der Bierzelte das Winter-Tollwood aufgebaut und im Tengelmann um die Ecke verkaufen sie eh schon wieder Spekulatius, Lebkuchen und Stollen (seit Anfang September wohl gemerkt). Allesamt kleine Fingerzeige, es jetzt wieder ruhig angehen zu lassen und zu bloggen.

Gute Besserung an alle da draußen, die noch schniefen und husten.

Euer

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Entfaltungsmöglichkeiten

Es ist ja kein Geheimnis, dass ich, alterstechnisch, noch in den 20ern weile. Ich stehe kurz vor meinem 29. Geburtstag. „Wie unverschämt jung…“ mögen einige meiner Leser jetzt denken. „Wie unendlich alt…“ wiederum andere.

Wie dem auch sei, trotz meiner noch nicht mal 29 Jahre muss auch ich hin und wieder einmal eine Apotheke betreten. Man hat ja so seine Hausmittelchen, die man immer mal wieder Zuhause braucht. Was ich an diesen Apothekenbesuchen liebe, ist das kleine „Geschenk“, dass einem nach dem Einkauf noch ins Tütchen gesteckt wird. Ich liebe Geschenke!“ Meist sind es ja nur Taschentücher oder diese nach Medizin schmeckenden gesunden Gummibärchen. Dennoch, es sind diese kleinen Dinge die dem Kunden zeigen, dass er geschätzt wird. Ich freue mich jedes Mal auf die kleine Überraschung und versuche insgeheim immer schon vorher zu erraten, was es wohl dieses Mal sein könnte.

Mein letzter Apothekenbesuch war die Krönung in Sachen Geschenk. Da steckte mir die Apothekerin ein kleines, blaues Täschchen in die Einkaufstüte. Sie lächelte dabei freundlich. „Wow“, dachte ich. „Das ist mal etwas anderes.“, denn so etwas hatte ich noch nicht bekommen. Ich war ganz aufgeregt, was wohl in dem Täschchen sein möge, wollte mir aber meine kindliche Neugier nicht anmerken lassen. Also bedankte mich höflich und sprintete schnurstraks aus der Apotheke hinaus um die Überraschung dort zu begutachten.

Draußen angekommen öffnete ich sogleich den Druckknopf des Täschchens, das wohl irgendetwas der Marke „Vichy“ enthielt. Und heraus kam das:

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Mal ganz im Ernst, Antifalten-Creme? Für Tag und Nacht, und sogar noch ein Augen- und Wimpernserum, damit auch wirklich alle Gesichtspartien Babypopo-glatt bleiben / werden? Ich war empört! Was denkt sich diese Apothekerin dabei, einer Kundin von noch nicht mal 29 Jahren Antifaltencreme-Pröbchen als Überraschung mitzugeben? Wollte sie originell sein und einfach mal was anderes mit ins Kundentütchen stecken? Waren diese Cremes Restbestände, die unbedingt vor der nächsten Revision, oder Inventur, oder was auch immer, aus der Filiale verschwinden sollten? Oder erlaubte sie sich einfach einen schlechten Scherz mit mir?

Natürlich kennt die Dame mein genaues Alter nicht, was mich zu dem Schluss kommen lies, dass sie mir die Pröbchen mitgegeben hatte, weil ich es wohl „nötig habe“. Dieser Gedanke machte die ganze Sache gleich noch viel empörender. Ich möchte nicht behaupten, dass ich die strahlend junge und frische Haut einer 18-jährigen habe. Auch an mir gehen elf Jahre Berufsalltag, diverse Schicksalsschläge und alles, was das Leben sonst noch so mit sich bringt, nicht spurlos vorbei. Solange mir jedoch nicht wildfremde Menschen in der U-Bahn einen Sitzplatz anbieten oder mir über die Straße helfen wollen, fühle ich mich noch nicht so weit, Antifaltencreme zu benutzen.

Irritiert bemerke ich gerade die Zornesfalten auf meiner Stirn während ich das hier niederschreibe. Vielleicht waren die Pröbchen doch nicht so ungerechtfertigt… Ob die Apothekerin das wohl wusste, als sie mir das blaue Täschchen lächelnd in meine Tüte packte?

Stirnrunzelnde Grüße vom

Tiefpunkte eines Physios

Da singt er, der Zaunfink. 

„Lieber Patient, ich habe heute leider keinen Nerv für Dich und Deine Probleme… „

Ja, man merkt es mir an, dass Montag ist.

Einen schönen Start in die Woche von eurem 

Meine anderen Ichs

Irgendwann fällt bei jedem Kennenlernen einmal die Frage nach der beruflichen Tätigkeit. Eine Frage, der ich mit Grauen entgegenblicke. Denn die Antwort „Ich bin Physiotherapeutin“ setzt bei meinem Gesprächspartner eine reflexartige Verhaltenskaskade bestehend aus 5 Schritten in Gang, welche ich an dieser Stelle gerne genauer ausführen möchte:

Die 5 Schritte

Schritt 1: Die Augen des Gesprächspartners weiten sich. Beide Augenbrauen werden nach oben gezogen. Als ich Schritt Nummer eins das erste Mal beobachtete, war mir nicht klar, wohin eine solche Reaktion führen würde. Mittlerweile habe ich es oft genug erlebt, auf Schritt 1 folgt immer Schritt 2.

Schritt 2: Für den Bruchteil einer Sekunde huscht ein hoffnungsvolles und erlöstes Lächeln über das Gesicht des Gesprächspartners.

Schritt 3: Der Gesprächspartner wird sich seines Lächelns bewusst und innerhalb eines Augenblickes verändert sich sein lächender und erfreuter Gesichtsausdruck in eine Leidensmine. Stirnfalten breiten sich aus, beide Mundwinkel zeigen auf einmal nach unten und in seinen Augen ist nun ein gequälter, leidvoller Ausdruck erkennbar.

Schritt 4: Nun kommen die Extremitäten ins Spiel. Hier allen voran Hand und Zeigefinger, welche in Zeitlupentempo zu einer, von Gesprächspartner zu Gesprächspartner unterschiedlichen, Körperstelle geführt werden. Die Bedeutung dieser Handlung möchte ich in Schritt 5 erklären.

Schritt 5: Nach Veränderung des Gesichtsausdrucks und Einsetzen des Mediums Hand als Zeigeapparat unterstützt nun erstmals die Stimme des Gesprächspartner dessen Handlungen. Mit einer Mischung aus Leid und Verwunderung in der Stimme wird mir, dem Physiotherapeuten, nun in epischer Breite erklärt, seit wann, wie, warum und unter welchen Umständen das Körperteil schmerzt, auf welches gerade mit dem Finger gezeigt wird.

Das weitere Verhalten der Gesprächsparner ist dann, von Person zu Person, verschieden. Was jedoch immer gleich ist, ist meine Reaktion darauf. Ich kann sie, die 5 Schritte, nicht ausstehen.

Es scheint, als ob jeder Mensch, dem ich erzähle, wie ich mein Geld verdiene, ganz egal ob jung oder alt, sportlich oder Couchpotato, urplötzlich körperliche Gebrechen unterschiedlichster Natur entwickelt, sobald der Satz „Ich bin Physiotherapeutin“ fällt. Was treibt diese Leute an? Die Hoffnung auf Kuration der Beschwerden allein durch das Mitteilen selbiger an medizinisch geschultes Personal? Oder vielleicht der Wunsch, dass ich, der Physiotherapeut, in diesem Moment alles stehen und liegen lasse und mich dem Leid des nun nicht mehr Gesprächspartners sondern Patienten widme? So richtig, mit ausführlicher Anamnese, gründlicher Inspektion, sorgfältiger Funktionsüberprüfung und -testung und dann natürlich auch Behandlung. Und was wäre eine physiotherapeutische Behandlung ohne anschließende Aufklärung über Entstehung und sowohl positiver als auch negativer Beeinflussbarkeit dieses Problems mit Aufzeigen von sog. „Hausaufgaben“?

Aber nein, auf dieses Spielchen lasse ich mich nicht ein. Um dieser Situation von Anfang an zu entgehen lassen ich  mir einfach eine neue Identität einfallen. Diese Identitäten variieren von „klingt plausibel“ bis hin zu „noch nie gehört“ und „schwer zu glauben“. Ganz egal, was ich mir einfallen lassen, ich muss es mit absolut ernster Mine und voller Überzeugung darbieten. Und ich muss gewappnet sein für eventuelle Fragen, die meine erfundene Identität mit sich bringt.

So habe ich über die Jahre schon verschiedene Berufe gehabt. Wenn es etwas realistischer sein sollte dann war ich von Beruf Personalerin bei der Stadt München, ohne zu wissen was ein Personaler eigentlich tut. Ich habe schnell herausgefunden, dass ich nicht die einzige bin die von diesem Beruf keine Ahnung hat und man so seinem Gegenüber im Prinzip alles erzählen kann wenn es zu der Frage kommt, was denn ein Personaler eigentlich macht. 

Eine beliebte Tätigkeit, über die man garantiert immer ausgefragt wird, ist der Marienkäfer-Züchter. Hier empfiehlt es sich den wissenschaftlichen Namen des Marienkäfers zu kennen (Coccinellidae, dank Wikipedia schnell und einfach herauszufinden). Was man sonst noch benötigt ist das Talent Geschichten zu erzählen. Man hat ja schon mal davon gehört, dass der asiatische Marienkäfer, der böse, hierzulande immer häufiger anzutreffen ist und unserer heimischen Rasse Territorium und Nahrung streitig macht. Man hat so das Gefühl, dass es immer eine asiatische Rasse ist, die der einheimischen das Leben schwer macht. Außer bei den Eichhörnchen, da macht die amerikanische Unterart den hiesigen das Eichhörnchen – Dasein schwer.

Es ist also vollkommen verständlich, wenn man die einheimischen Marienkäfer schützen möchte und deswegen Zuchtprogramme ins Leben ruft. Immerhin sind die gepunkteten Insekten Nützlinge.

Meine neueste Identität ist der Beruf des Tontaubentöpfers. Das klingt nicht nur interessant, es ist auch eine anspruchsvolle Tätigkeit. Immerhin muss jede Tontaube exakt gleich sein, die gleiche Größe, das gleiche Gewicht, die gleichen aerodynamischen Merkmale aufweisen. Weit gefehlt wer bisher dachte, dass eine solche Präzision durch maschinelle Produktion erreicht werden könne. Jede Tontaube wird mit Liebe und Hingabe von Hand getöpfert.

Nicht auszudenken wäre, wenn diese Berufsgruppe keine Nachfolger finden würde. Wettkämpfe, ja sogar Weltmeisterschaften würden aufgrund Tontaubenmangels abgesagt werden. Man würde wieder zum Entenschießen zurückgehen, das ökologische Gleichgewicht somit noch mehr ins Wanken bringen. Auch der Beruf des Marienkäfer-Züchters wäre in Gefahr, nimmt man dem Marienkäfer mit dem Schießen auf Vögel doch die natürlichen Fressfeinde…

Wie man sieht hat dieser Beruf wahrhaftig das Potential zu einer besseren Welt beizutragen. Ähnlich also wie der Physiotherapeut. Da ist die Lüge doch gar nicht so weit hergeholt, oder?

Hier im Blog bleibe ich jedenfall der

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Unordnung im Kopf

Ich war ja der Meinung, dass ich z. Zt. eine Art Schreibblockade habe (neudeutsch auch „Writer’s Block“ genannt), bis ich merkte, dass das gar nicht der Fall ist. Vielmehr sind es wirre Gedanken, und davon viel zu viele, die mich nicht auf ein Thema konzentrieren lassen und mir so die Erstellung eines Beitrags (neudeutsch auch „Post“)  unmöglich machen. 

Die Gedanken sind unterschiedlichster Natur und kommen und gehen zu jeder Tages- und Nachtzeit. Mal handeln sie von den „Was bisher geschah“-Prologen („Previously on…“)  in Fernsehsendungen, mal von der Vielzahl an mittlerweile gängigen englischen Begriffen in der deutschen Sprache. Dann wiederum denke ich an das Wort „Gabel“ und stelle fest, wie eigenartig dieses Wort klingt, wenn man es mal ganz bewusst ausspricht. Gabel. G-A-B-E-L… Auch das englische Wort „Fork“ macht es hier nicht besser. Das spanische Wort „Tenedor“ gefällt mir da wesentlich besser, hört es sich doch so ähnlich an wie „Matador“. Ein kleiner Matador am Tellerand, der voller Kampfeslust das Essen aufspießt… 

Googelt man nach „wirren Gedanken“ stößt man auf Foren und Hilfeseiten für Personen mit Panikattacken und Angstzuständen sowie Zwangsneurosen. Was will mir Google damit sagen? Leide ich unter einer beginnenden Psychose? Geschehen die „Was bisher geschah“-Rückblicke vielleicht gar nicht im Fernsehen sondern in meinem Kopf? Kann ich sie vielleicht deswegen auswendig mitsprechen und mich dann schadenfroh grinsend auf der Couch zurücklehnen, zufrieden mit mir selbst und der Funktionalität meines Gedächtnisses? Immerhin gibt es diese „Reviews“ nicht umsonst. Anscheinend können sich viele Leute nicht daran erinnern, was in der letzten Folge der Sendung passierte, die sie so gerne sehen.

Zumindest in diesem Punkt scheint also Ordnung zu herrschen, im meinem Kopf. Ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass ich bald wieder ganz ich selbst bin. Hoffentlich auch wieder ohne Anglizismen, die sind eh nur für „Show offs“ und „Businessmen“.

Gedankenversunken grüßt euch der

Von vereinnehmender Natur

Fahrrad

In puris naturalibus

„Es gibt so viel Kunst in der Natur, dass die Kunst selbst nur darin besteht, ihr zuzuhören und sie nachzuahmen.“

Jaques-Bénigne Bossuet


In diesem Sinne,  bleibt natürlich. 

Euer